Hydrion ceramic faucet filter on white.

So entkalken Sie den Strahlregler, auch ohne Ausbau

Wenn der Wasserstrahl schwach aus dem Hahn kommt oder seitlich spritzt, ist die häufigste Ursache das kleine Sieb am Auslauf des Wasserhahns, das Strahlregler oder „Perlator“ genannt wird und teilweise durch Kalk oder vom Wasser mitgeführten Sand verstopft ist. In den meisten Fällen reicht es, ihn mit einer milden Säurelösung einzuweichen, während er am Wasserhahn montiert bleibt. Erst wenn der Wasserstrahl nach dem Einweichen weiterhin schwach ist, sollte man ihn ausbauen.

  • Ein schwacher oder seitlich spritzender Wasserstrahl deutet fast immer auf ein teilweise verstopftes Sieb hin und nicht auf ein Problem in der vorgelagerten Wasserinstallation.
  • Kalk erkennt man daran, dass er eine harte, weißliche oder gräuliche Kruste bildet, die sich nicht durch Abspülen entfernen lässt. Sand und lose Ablagerungen hingegen werden oft schon durch einen stärkeren Wasserstrahl herausgespült.
  • Am besten beginnt man mit der Reinigung ohne Ausbau und nimmt den Strahlregler nur dann vollständig ab, wenn die Reinigung im montierten Zustand nicht ausreicht.
  • Der zusätzliche Keramik- und Aktivkohlefilter muss, sofern einer installiert ist, zum vorgesehenen Zeitpunkt ausgetauscht werden: Er ist nicht dafür gedacht, wie der Strahlregler gereinigt zu werden.

Schwacher oder seitlich spritzender Wasserstrahl: Kalk oder Sand?

Bevor man sich für eine Methode entscheidet, lohnt es sich herauszufinden, wodurch das Sieb tatsächlich verstopft ist. Kalk bildet sich, wenn hartes, calcium- und magnesiumreiches Wasser durch Wärme oder einen Druckabfall gelöstes Kohlendioxid verliert. Dann fällt Calciumcarbonat aus und lagert sich als feste Kruste ab, deren Farbe von Weißgrau bis Rosa oder Rotbraun reicht, wenn auch Eisenverbindungen vorhanden sind (Quelle: Kalkablagerungen, Wikipedia). Hartes Wasser wird anhand seines Calcium- und Magnesiumgehalts definiert. Die Ablagerungen, die es an Wasserhähnen und in Rohren hinterlässt, bestehen hauptsächlich aus Calciumcarbonat, Magnesiumhydroxid und Calciumsulfat und sind fest genug, um den Wasserdurchfluss mit der Zeit einzuschränken (Quelle: Hartes Wasser, Wikipedia).

Sand oder Sedimentkörner, die vom Wassernetz mitgeführt werden, haften dagegen nicht am Sieb des Strahlreglers: Sie sammeln sich meist in den feineren Maschen, lassen sich aber oft durch kräftiges Abspülen, eventuell mit einer Zahnbürste, entfernen, ohne dass ein Einweichen nötig ist. Bleibt das Sieb nach dem Abspülen verstopft und ist ein harter Belag sichtbar, der sich auch durch leichtes Kratzen mit dem Fingernagel nicht löst, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Kalk. In diesem Fall macht ein Säurebad den Unterschied.

Die einfachste Methode: den Strahlregler reinigen, ohne ihn auszubauen

Eine der praktischsten Methoden, um einen verkalkten Strahlregler zu behandeln, ohne ihn vom Wasserhahn abzunehmen – auch wenn er sich nicht leicht von Hand abschrauben lässt –, besteht darin, einen kleinen Plastikbeutel mit weißem Essig oder einer verdünnten Zitronensäurelösung zu füllen und ihn mit einem Gummiband oder Kabelbinder fest um den Auslauf des Wasserhahns zu befestigen, sodass der Strahlregler vollständig eingetaucht ist. Dann lässt man die Lösung einwirken (Quelle: Bob Vila: So reinigen Sie einen Strahlregler). Nach dem Einweichen hilft es, die verbliebenen Krustenreste vorsichtig mit einer alten Zahnbürste zu lösen. Bei starken Ablagerungen ist es besser, das Einweichen für einige Stunden oder über Nacht zu wiederholen, als mit Gewalt vorzugehen, denn dadurch könnte das Sieb beschädigt werden.

Sowohl Essig als auch Zitronensäure sollten verdünnt und nicht in konzentrierter Form verwendet werden. Eine 6-prozentige Zitronensäurelösung entfernt Kalkablagerungen wirksam von Glas, ohne dass man schrubben muss. In konzentrierter Form reizt Zitronensäure jedoch Haut und Augen und ist als korrosiv für Metalle eingestuft (Quelle: Zitronensäure, Wikipedia). Essig löst mineralische Ablagerungen ebenfalls gut, kann aber Aluminium, Kupfer und einige minderwertige Edelstahllegierungen angreifen. Außerdem kann er Gummidichtungen beschädigen, wenn er zu lange darauf einwirkt (Quelle: Essig, Wikipedia). Deshalb sollte man die Lösung mit Wasser verdünnen und nicht tagelang einwirken lassen: Ein Einweichen über einige Stunden, das bei Bedarf wiederholt wird, ist für die Chromoberfläche des Wasserhahns sicherer als ein langes Bad in unverdünntem Mittel.

Wann es sinnvoll ist, den Strahlregler auszubauen

Ist der Wasserstrahl nach ein- oder zweimaligem Einweichen weiterhin schwach, sollte man als Nächstes den Strahlregler abnehmen und seine Bestandteile einzeln reinigen. Man schraubt ihn von Hand ab oder verwendet eine Zange, wenn er zu fest sitzt. In diesem Fall empfiehlt es sich, den Strahlregler vor dem Greifen mit der Zange mit einem Stück Klebeband zu umwickeln, damit die Metallzähne die verchromte oder gebürstete Oberfläche des Wasserhahns nicht zerkratzen. Nach dem Ausbau trennt man die Siebscheiben voneinander und weicht sie zwanzig bis dreißig Minuten in Essig ein, um hartnäckige Rückstände zu lösen. Anschließend bürstet man sie ab, spült sie ab und setzt alles wieder zusammen (Quelle: Bob Vila: So reinigen Sie einen Strahlregler).

Während der Strahlregler ausgebaut ist, lohnt es sich auch, den Zustand der inneren Teile zu prüfen. Wenn die Durchflussbegrenzerscheibe oder das Sieb verformt oder beschädigt und nicht lediglich verkalkt ist, lässt sich durch Reinigen kein gleichmäßiger Wasserstrahl wiederherstellen. In diesem Fall ist der Austausch des Strahlreglers die zuverlässigste Lösung, denn ein beschädigtes Bauteil lässt sich durch Einweichen nicht wieder funktionsfähig machen, egal wie lange es dauert (Quelle: Bob Vila: So reinigen Sie einen Strahlregler).

Wenn der Strahlregler festsitzt oder versenkt ist

Bei manchen Wasserhähnen, insbesondere bei Modellen mit ausziehbarem Auslauf oder einem Auslauf, der in den Armaturenkörper eingelassen ist, lässt sich der Strahlregler nicht von Hand abschrauben. Es kann dann so wirken, als säße er wegen genau des Kalks fest, den man entfernen möchte. Für diesen speziellen Fall empfiehlt es sich, mit dem richtigen Werkzeug und den nötigen Vorsichtsmaßnahmen, um das Gewinde nicht zu beschädigen, der Anleitung zum Ausbau eines versenkten oder festsitzenden Strahlreglers zu folgen. Sie behandelt genau den Ausbau in schwierigeren Fällen.

Wie oft sollte man die Reinigung wiederholen?

Es gibt keinen festen zeitlichen Abstand, der für alle Haushalte gilt, denn wie schnell sich Kalk neu bildet, hängt von der örtlichen Wasserhärte ab: Je härter das Wasser, desto schneller bildet sich die Kruste nach der Reinigung erneut. Am sinnvollsten ist es, den Wasserstrahl zu beobachten, statt einem festen Zeitplan zu folgen: Sobald auffällt, dass das Wasser schwächer fließt oder seitlich zu spritzen beginnt, sollte man das Einweichen wiederholen, bevor die Verstopfung vollständig wird. In Gegenden, in denen das Wasser bekanntermaßen hart ist, verhindert es ein vollständiges Zusetzen, das den Ausbau erforderlich macht, wenn man den Strahlregler etwas häufiger kontrolliert.

Strahlregler und zusätzlicher Keramik- und Aktivkohlefilter: zwei verschiedene Wartungsarbeiten

Ein montierter Hydrion Wasserhahnfilter mit der danebenliegenden Ersatzkartusche aus Keramik und Aktivkohle.
Der Hydrion Wasserhahnfilter mit Keramik & Aktivkohle wird neben dem Strahlregler am Wasserhahn montiert, erfordert aber eine andere Wartung: Die Kartusche wird ausgetauscht, nicht gereinigt.

Wer einen zusätzlichen Filter am Wasserhahn installiert hat, etwa den Hydrion Wasserhahnfilter mit Keramik & Aktivkohle, sollte die beiden Wartungsarbeiten auseinanderhalten. Der Strahlregler wird wie oben beschrieben gereinigt, denn seine Aufgabe ist lediglich, den Wasserstrahl in kleine Luftbläschen aufzubrechen und grobe Partikel zurückzuhalten. Die Filterkartusche hingegen ist ein Verbrauchsmaterial, das nicht ausgebaut und abgeschrubbt, sondern ausgetauscht wird, wenn der Durchfluss nachlässt. Laut Produktbeschreibung hält die Kartusche etwa sechs Monate. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von der Wasserqualität und der gefilterten Wassermenge ab. Es wird empfohlen, den Durchfluss regelmäßig zu überprüfen und die Kartusche bei Bedarf auszutauschen, statt zu versuchen, sie zu reinigen.

Es lohnt sich auch, genau festzuhalten, was diese Art der Filtration leistet – und was nicht. Laut Produktbeschreibung hält die Keramikschicht Partikel zurück, während die Aktivkohle dazu beiträgt, den durch Chlor bedingten Geschmack und Geruch des Leitungswassers zu verbessern. Keines der beiden Materialien verringert die Wasserhärte oder den Gehalt an gelösten Salzen. Der Filter macht es daher nicht überflüssig, den Strahlregler wie oben beschrieben von Kalk zu reinigen. Einen ausführlicheren Vergleich dazu, was ein Kohle- oder Keramikfilter gegen Kalk leisten kann und was nicht, bietet der Ratgeber zu Wasserhahnfiltern gegen Kalk. Wer besser verstehen möchte, was der Gehalt an gelösten Salzen im Wasser angibt, kann außerdem die bereits im Blog veröffentlichte Erklärung zum TDS-Wert im Wasser lesen.

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